AKTION
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Juli 2004


GEDENKTAGE

Wichtige Ereignisse einer Volksgemeinschaft werden mit Gedenktagen in der kollektiven Erinnerung lebendig erhalten. Welche Geschehnisse mit einem Gedenktag oder –anlass gewürdigt werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Wirkungsradius, Bekanntheitsgrad, politische Opportunität, Marktwert. Während in den meisten Fällen ein runder Jahrestag Anlass für ein solches Gedenken ist, so braucht es für ein wiederkehrendes Gedenken eine grosse Ausstrahlung des betreffenden Ereignisses.

Ein Paradebeispiel eines solchen Anlasses war vor einigen Wochen die 60-Jahr-Feier von D-Day, der Landung der allierten Truppen in der Normandie am 6. Juni 1944.

Weniger gigantisch, für die deutsche Volksseele umso wichtiger, ist der wiederkehrende Gedenktag des Attentats von Oberst Stauffenberg auf Adolf Hilter und der Versuch eines Staatsstreiches am 20. Juli 1944. In den ersten Jahren nach dem Krieg hatten die Deutschen ein distanziertes bis ablehnendes Verhältnis zu diesem Ereignis. Erst mit der Zeit wurde die tiefe Bedeutung dieser Tat erkannt, welche dem Triumph des Bösen Einhalt gebieten wollte; und heute ist der 20. Juli zum eigentlichen Ehrentag geworden, namentlich für die Bundeswehr.

In der Schweiz gab es während dem Aktivdienst von 1939 bis 1945 keine gewaltige militärische Aktion, welche mit einem grossen Gedenkanlass gewürdigt werden kann; sechs Jahre Wache stehen ist halt weniger spektakulär als eine Operation „Overlord“. Trotzdem ragt ein Ereignis hervor, dessen Erinnerung lebendig erhalten werden sollte, der „Rütli-Rapport“ von General Guisan am 25. Juli 1940.

Auch wenn die Aktion als solche schon damals kritisiert wurde, weil praktisch die ganze Armeeführung auf einem einzigen Schiff von Luzern zum Rütli transportiert wurde, so war der massierte Rückgriff auf den Mythos des Rütli das Fanal, um der Armee und dem ganzen Schweizer Volk Mut und Vertrauen im Widerstand gegen die braune Flut zu geben, welche ganz Helvetien umspülte. Auch wenn sich die Schweiz seither einigen Schatten der Geschichte stellen musste und sich die sicherheitspolitische Lage grundlegend verändert hat, so ist die Botschaft des Rütli-Rapportes heute so aktuell wie damals.

Denn die Freiheit wird nicht dadurch erworben, indem man sich beim Mächtigen anbiedert oder dem Gruppenzwang erliegt, sondern mit Gottes Beistand die eigenen Kräfte fördert, um als sicherer Wert wahrgenommen zu werden.

Christian Wyss; Winkel-Rüti, 25. Juli 2004.


Nachsatz

Am 25. Juli hat eine Interessensgruppe auf dem Rütli über die Möglichkeit zur Organisation eines wiederkehrenden Gedenktages für den Rütli-Rapport unseres damaligen Generals eine Aussprache geführt.

Der Vorstand der
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