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Hungersnot ab März 1945 ?
So sanken die Armee-Verpflegungsrationen von 1939 bis 1945 :
Brot um 25% Trockengemüse um 25%
Fleisch um 40% Kaffee um 33%
Käse um 28% Tee um 50%
Die Entwicklung der Kohleeinfuhren :
1939 3'967'000 t

1943

1'940'000 t
1940 2'676'000 t

1944

1'368'000 t
1941 2'215'000 t

1945

238'000 t

1942 1'900'000 t
 

April - Dezember 1944 waren fast keine Lebensmitteleinfuhren mehr möglich.

Das Land lebte aus den Kriegsreserven, die stark schmolzen. Im Januar 1945 fast völliger Zusammenbruch der Einfuhren.

Im Februar 1945 kam Lauchlin Currie als Sondergesandter von Präsident Roosevelt mit einer Delegation in die Schweiz. Er sollte die Notwendigkeit der Belieferung mit Nahrungsmitteln prüfen. Erst war er sehr zugeknöpft und von einer deutlich spürbaren Aversion gegen die Neutralität geprägt (wie die meisten Kriegsführenden). Die Verhandlungen in Bern kamen nicht recht voran. Nach einem Fliegerschiessen am Jungfraujoch und einer Skipatrouillen-Demonstration neben dem Geleise der Jungfraubahn meinte er sichtlich beeindruckt, er habe jetzt eine andere Auffassung von unserer Neutralität : Dahinter verberge sich die Abwehrbereitschaft unserer Armee. Am 20. Februar 1945 besuchte er General Guisan auf seinem Komandoposten im Schloss Jegensdorf. Da man überfallartige Angriffe von SS-Fanatikern auf die amerikanische Delegation befürchtete, fuhren zur Tarnung mehrere gleichartig zusammengesetzte Autokolonnen auf verschiedenen Routen nach Bern. Augenzeugen berichten, sie hätten den General noch nie so nervös gesehen wie vor dem Gespräch mit Lauchlin Currie. Der General wusste, dass es jetzt nur noch auf ihn ankam. Er redete laut und bestimmt und verwies energisch auf die auch für die Allierten wertvollen "Guten Dienste" der Schweiz.

Die Zufuhren setzten dann wieder ein.